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MDK-Begutachtung vorbereiten — worauf es ankommt

Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD, früher MDK) entscheidet darüber, welchen Pflegegrad Sie bekommen. Und damit, ob Sie 332 € oder 947 € monatlich Pflegegeld erhalten — und welche weiteren Leistungen Ihnen zustehen.

Eine gute Vorbereitung kann den Unterschied zwischen einem und zwei Pflegegraden ausmachen. Wir erklären, worauf es ankommt.

Was beim Termin passiert

Der*die Gutachter*in kommt zu Ihnen nach Hause. Der Termin dauert 1-2 Stunden. Bewertet wird die Selbstständigkeit in sechs Modulen:

  • Mobilität (10 % Gewichtung) — Aufstehen, Gehen, Treppensteigen.
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (15 % oder 7,5 %) — Erkennen, Orientieren, Mitteilen.
  • Verhalten und psychische Problemlagen (gemeinsam mit 2: 15 %) — Aggression, Ängste, Wahn.
  • Selbstversorgung (40 %) — Körperpflege, Essen, Kleiden.
  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits-/therapiebedingten Anforderungen (20 %) — Medikamente, Verbandwechsel.
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (15 %) — Planung, Beschäftigung, Sozialkontakte.

Pro Modul wird ein Punktwert ermittelt, alle Module zusammen ergeben einen Gesamtpunktwert, der dem Pflegegrad zugeordnet wird.

Vier häufige Fehler bei der Begutachtung

Fehler 1: Schamhaft auftreten:
Viele Pflegebedürftige spielen vor Fremden ihre Defizite herunter — aus Stolz, aus Höflichkeit. Das wird vom Gutachter notiert und führt zu zu niedrigem Pflegegrad. Sagen Sie ehrlich, was nicht mehr geht.
Fehler 2: Angehörige übernehmen die Antworten:
Der Gutachter soll die Person selbst beurteilen können. Wenn Sie als Angehörige*r ständig einspringen, wird das als gute Kommunikationsfähigkeit gewertet.
Fehler 3: Keine Dokumentation vorbereiten:
Ein Pflegetagebuch über mindestens eine Woche zeigt konkret, wo der Bedarf besteht. Befunde, Arztberichte, Medikamentenliste — alles griffbereit auf dem Tisch.
Fehler 4: Den Termin auf einen guten Tag legen:
Viele Demente sind morgens orientierter als nachmittags. Wenn Sie morgens den Termin vereinbaren, sieht der Gutachter den Klienten vielleicht in seinem besten Moment — und unterschätzt den Bedarf.

Checkliste für den MDK-Termin

Wenn möglich: eine Person dabeihaben, die mitschreibt — nicht antwortet.

  • Pflegetagebuch über 1-2 Wochen (was wird gemacht, wann, wie lange).
  • Liste aller Medikamente (Name, Dosis, Häufigkeit).
  • Alle aktuellen Arztberichte und Befunde.
  • Hilfsmittelübersicht (Rollator, Bett, Inkontinenz-Versorgung).
  • Liste aller Pflegehilfen, die bereits geleistet werden.
  • Schwerbehindertenausweis (falls vorhanden).
  • Versicherungskarte und Pflegegradantrag.

Wenn Sie unsicher sind

Wir bieten Begleitung bei MDK-Terminen an. Unser*e Mitarbeiter*in nimmt am Termin teil, stellt fundierte Fragen, fügt Beobachtungen hinzu, schützt vor Unterbewertung. Pauschalpreis 250 €.

Häufig gestellte Fragen

  • Darf jemand beim MDK-Termin dabei sein?
    Ja. Es ist sogar empfohlen — sowohl eine Angehörige als auch eine externe Begleitung wie wir.
  • Was passiert, wenn ich mit dem Bescheid nicht einverstanden bin?
    Sie können innerhalb von 4 Wochen formlos Widerspruch einlegen.
  • Wie oft kann der Pflegegrad neu begutachtet werden?
    Bei Verschlechterung jederzeit. Bei einer Routine-Wiederholung in der Regel alle 1-2 Jahre.
  • Wer entscheidet am Ende über den Pflegegrad?
    Die Pflegekasse — auf Basis des MDK-Gutachtens. Sie kann theoretisch davon abweichen, tut es aber selten.
  • Was kostet die Vorbereitung?
    Erstgespräch kostenlos. Tiefere Beratung 90-150 €/h. MDK-Begleitung als Pauschale 250 €.

Bereit für ein erstes Gespräch?

Kostenlos, unverbindlich, in Ruhe. Wir hören erst zu — und melden uns dann mit einem konkreten Vorschlag zurück.

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